Veranstaltung ´Die „Goldene Morgenröte“ in Griechenland – wie den Aufstieg des Faschismus stoppen?´

Vortrag und Diskussion mit Thanasis Kourkoulas, Mitglied von Syriza sowie der Organisation „Deport racism“, die sich in Griechenland aktiv gegen die faschistische „Chrysi Avgi“ und für die Rechte der Migrant_innen einsetzt.

Thanasis Kourkoulas

Dienstag, 2. Juli 2013, 19 Uhr

im Allmende, Kottbusser Damm 25-26,

10967 Berlin, 3. Etage mit Fahrstuhl

(zwischen U-Bhf Hermannplatz und Schönleinstraße)

Die „Goldene Morgenröte“ („Χρυσή Αυγή“)

Nach den nun seit Jahren andauernden „Sparmaßnahmen“ der Troika bietet Griechenland ein Bild der sozialen Verwüstung. Die griechische Wirtschaft liegt in Trümmern; Hunger und Obdachlosigkeit nehmen dramatisch zu. Alleine in Athen sind 250.000 Menschen Tag für Tag auf die Armenspeisung der Kirche angewiesen, um überhaupt überleben zu können. Die Arbeitslosigkeit ist massiv angestiegen. Über 60 Prozent aller Jugendlichen sind ohne Erwerbsarbeit.Arbeitsplatze im öffentlichen Dienst werden zu Tausenden abgebaut, Sozialleistungen gestrichen und staatliche Einrichtungen geschlossen oder privatisiert.

Die Löhne derjenigen, die überhaupt noch einen Job haben, wurden um bis zu 50 Prozent gesenkt. Und ein Ende dieser sozialen Misere ist nicht in Sicht.

Das Solidaritätskomitee für Griechenland gründete sich kurz nach den zweiten Parlamentswahlen in Griechenland am 20. Juni 2012. Das Komitee besteht aus verschiedenen Spektren der Linken, Gewerkschafter_innen und unorganisierten Personen. Uns verbindet die Empörung über die bewusste Verelendung einer ganzer Bevölkerungen durch die Abwälzung der Kosten der Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die Verdrehung von Fakten durch Journalisten und die deutsche Regierung.

Das Komitee will eine Gegenöffentlichkeit erzeugen und auf die miserablen Lebensbedingungen in Griechenland aufmerksam machen. Dazu sollen unter anderem auch solidarische Projekte durchgeführt werden, um Menschen in Griechenland konkret zu helfen.

Die Beseitigung sozialer Absicherungen und demokratischer Rechte hat zum Aufstieg der faschistischen Partei „Chrysi Avgi“ beigetragen. Bei den letzten Parlamentswahlen erreichten die Faschisten sieben Prozent der Stimmen und zogen mit 21 Sitzen erstmals ins Griechische Parlament ein. Unter Duldung und mit Unterstützung durch die Polizei patrouillieren deren Anhänger fast täglich durch die Quartiere und organisieren rassistische Pogrome und Überfälle auf Migrant_innen und linke Aktivist_innen. Mit Slogans wie „Griechenland den Griechen“ und durch rassistische „Wohltätigkeitsaktionen“ geht „Chrysi Avgi“ auf Stimmenfang:

An den parteieigenen Suppenküchen wird Essen nur an Griech_innen ausgeteilt und Unternehmer werden von den Nazi-Aktivisten dazu gedrängt, Migrant_innen zu entlassen und stattdessen Griech_innen einzustellen. Die Partei hat Blutspendeaktionen initiiert, bei denen

nur Griech_innen für Griech_innen Blut spenden sollen und die der Partei angegliederte Organisation „Ärzte mit Grenzen“ versorgt ausschließlich griechische Staatsbürger_innen…

Unsere Veranstaltung soll Gelegenheit bieten, sich mit den Gründen des Aufstiegs der faschistischen Bewegung zu befassen und Widerstandsmöglichkeiten zu diskutieren– gegen den Faschismus wie auch gegen die aktuelle Spar- und Verarmungspolitik der europäischen Regierungen.

 

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